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Mehr Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen

Aktualisiert: 21. März 2023





Mehr Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen - Tipps und Best Practice Beispiele um Dein nächstes Event nachhaltiger zu gestalten


Tanzende Menschen, kühle Getränke, gute Musik: bei Veranstaltungen jeglicher Art geht uns das Herz auf. Sei es beim Flohmarktbesuch, einem Festival am See, dem Kino-Date morgen Abend oder der Lesung im Literaturhaus. Damit auch unsere Enkelinnen und Enkel noch unseren Veranstaltungs-Enthusiasmus teilen können, ist uns als abend.net das Thema Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen ein großes Anliegen. Als Performance-Marketing-Agentur für Events sind wir nah an Veranstalterinnen und Veranstaltern und möchten Dir mit Blogartikeln wie diesem wertvolle Tipps und Einblicke in das Thema Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen geben.


Die gute Nachricht vorweg: schon kleine Veränderungen bei deiner Veranstaltung können einen positiven Einfluss auf das Klima haben. Wusstest Du zum Beispiel, dass bei einem großen Festival mit 80.000 Besucher*innen ähnlich viel Müll entsteht, wie in einer Stadt mit der gleichen Einwohnerzahl innerhalb eines Jahres? (Utopia.de, 2022). Eine ganz schön erschreckende Zahl, die zeigt: Hier gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Wir freuen uns darauf, Dich mit spannenden Blogartikeln zum Thema Nachhaltigkeit, Tipps und Tricks für die Umsetzung und Impulsen für die Arbeit als Veranstalter*in zu begleiten.





Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen - warum überhaupt?


Wie bereits erwähnt: Wir möchten, dass auch unsere Enkelinnen und Enkel noch munter feiern gehen können, ins Restaurant und zum kleinen Konzert um die Ecke. Um das zu erreichen und unseren Planeten bewohnbar zu halten, ist es an der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft, Verhaltensweisen so anzupassen, dass Menschen noch lange auf der Erde leben können.


In einigen Bereichen unseres täglichen Lebens spielt Nachhaltigkeit schon eine große Rolle und auch in der Veranstaltungsbranche wird das Thema immer wichtiger. Wir finden jedoch, dass Nachhaltigkeit noch eine viel größere Bühne bekommen muss. Denn insbesondere der entstehende Müll und auch der CO2-Ausstoß können die Umwelt enorm belasten.


Nachgefragt: Was bedeutet Nachhaltigkeit?


Das Wort Nachhaltigkeit ist in aller Munde - doch was bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt, und in welchen Bereichen kannst Du die Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen steigern? Nachhaltigkeit lässt sich in drei Bereiche aufteilen: Die ökologische Nachhaltigkeit, die soziale Nachhaltigkeit und die ökonomische Nachhaltigkeit.


Ökologische Nachhaltigkeit:

Kurz gesagt: es geht darum, so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen, am besten natürlich keine (von Hauff 2021). Im Veranstaltungskontext kann ökologische Nachhaltigkeit bedeuten, dass Künstler*innen mit dem Zug anreisen, anstatt mit dem Auto, oder dass das Catering regionale Lebensmittel verwendet.


Soziale Nachhaltigkeit:

Hier liegt der Fokus auf den Menschen, es geht also um faire Arbeitsbedingungen, Geschlechter- und Chancengerechtigkeit, und den Umgang miteinander (von Hauff 2021). Ein Thema ist hier zum Beispiel die Geschlechterverteilung des Line-Ups, oder Gagen-Unterschiede bei Künstler*innen, die aufgrund verschiedener gesellschaftlicher Geschlechterwahrnehmungen zustande kommen.


Ökonomische Nachhaltigkeit:

Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet, dass nicht die Gewinnmaximierung bei Entscheidungen an erster Stelle steht, sondern fairer Umgang mit Menschen und ressourcenarmes Handeln. Was zuerst wie ein Widerspruch klingen mag, muss nicht unbedingt einer sein. Es bedeutet, die wiederverwendbaren Becher zu nutzen, und diese dann auch tatsächlich erneut zu verwenden oder Lebensmittel regional zu beziehen. Das kann zu steigenden Kosten führen, allerdings passiert dies mit einer guten Begründung und nicht um höhere Gewinne zu erzielen.


Wenn Du noch mehr zu den drei Säulen der Nachhaltigkeit wissen möchtest, kannst Du Dich hier informieren: https://www.guten-morgen.agency/post/merkmale-nachhaltiger-unternehmen-nachhaltig-und-sozial-von-anfang-an


Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen - relevante Bereiche und Best Practice Beispiele


Wenn bei Dir jetzt die Frage aufgekommen ist, wo Du ansetzen kannst, um Deine Veranstaltung nachhaltiger zu gestalten, haben wir ein paar Antworten für Dich! Wir haben 6 Bereiche mitgebracht, inklusive einiger Ideen und Anregungen zum aktiv werden. On Top gibt es ein paar Best Practice Beispiele.



Energie:

Veranstaltungen verbrauchen jede Menge davon! Das liegt teilweise in der Natur der Sache, denn ein großes Festival oder ein Kinobesuch ohne Strom sind schwer umzusetzen. Nichts desto trotz gibt es hier einige Möglichkeiten, Strom und Ressourcen einzusparen. Beispielsweise durch die Nutzung von Ökostrom und energieeffizienten Geräten.


Insbesondere viele Kinos sind schon auf Ökostrom umgestiegen - unter anderem das Programmkino Cinema & Kurbelkiste aus Münster und das Garbo Kino in Regensburg. In Regensburg haben sich sogar ein Ökostromanbieter und das Kino zusammengetan und für den Wechsel zu Ökostrom bekommen die Kund*innen einen Kinogutschein on top (Grueneskino.net 2022, Grueneskino.net 2022).



Catering:

Go local! So lautet die Devise in Sachen Catering und Kulinarik. Regionale und biologische Produkte tragen zur Nachhaltigkeit bei, genauso wie wiederverwendbares Besteck und Geschirr und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.


Das Tollwood Festival in München findet zwei mal im Jahr statt und ist ein echter Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Neben musikalischen Acts gibt es auch Kunst, Kultur und leckeres Essen. Was das Festival nachhaltig macht? Alle kulinarischen Angebote sind bio und fair gehandelt, außerdem wird 100% Ökostrom verwendet (Utopia.de, 2022; Tollwood.de, 2022).



Müll:

Wer nach einem Festival oder einer Party schon mal aufgeräumt hat, weiß es genau: überall liegt Müll herum. Was hier Abhilfe schaffen kann ist, Müll so gut es geht zu vermeiden, beispielsweise indem Stempel anstatt Bändchen genutzt werden. Außerdem hilft es, Anreize zu schaffen, um Besucher*innen zur richtigen Entsorgung zu motivieren. Das kann durch Müllpfand oder ausreichende Mülltonnen passieren.


Vorreiter auf diesem Gebiet ist der Künstler Jack Johnson, der sich insbesondere für den Erhalt der Ozeane einsetzt. Seine CD Cover sind aus recyceltem Papier, sein Label “Brushfire Records” arbeitet mit Partner*innen zusammen, die sich an umweltfreundlichen Programmen beteiligen und er hat zum Beispiel die Kampagne “BYOBottle” (Bring your own Bottle) gestartet. Diese ruft Fans auf, bei Konzerten wiederverwendbare Flaschen zu benutzen.



Unterkunft und Anreise:

Auch die Unterbringung der Künstler*innen hat Einfluss auf das Klima, genauso wie die Fortbewegungsmittel, die genutzt werden. Mit der Steigerung der Nachhaltigkeit der Veranstaltung im Blick, macht es Sinn, Unterkünfte zu wählen, die möglichst nah an der Location sind, oder die Anreise mit der Bahn zu unterstützen. Das gilt natürlich nicht nur für Künstler*innen, sondern auch für die Besucher*innen der Veranstaltung.


Das Wurzelfestival, welches in der Nähe von Berlin stattfindet, hat einen ausgeklügelten Plan um den Besucher*innen die Anreise mit Bus und Bahn so schmackhaft wie möglich zu machen. Aus ganz Deutschland fahren Busse direkt zum Festival, die Anreise mit dem Zug ist problemlos möglich, und wer doch mit dem Auto kommen muss, kann dank einer Mitfahrbörse weitere Menschen mitnehmen (Wurzelfestival.de, 2023)



Equipment:

Dieser Bereich ist mit mehreren anderen Aspekten verknüpft, wie zum Beispiel der Anreise und dem Energieverbrauch. Daher macht es Sinn darauf zu achten, so wenig Equipment wie möglich zu transportieren und es so energieschonend wie möglich zu nutzen.


In Sachen Equipment werfen wir einen Blick nach Frankreich, denn dort gibt es einen Reparaturindex für Elektrogeräte. Was bedeutet das? Beim Kauf kannst Du sehen, wie gut das Gerät zu reparieren ist, und ob es sich bei einem Defekt überhaupt reparieren lässt. So können Künstler*innen sich für die Geräte entscheiden, die langlebig sind und wieder in Stand gesetzt werden können (Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz, 2022).



Besucher*innen:

Auch das Verhalten von Besucher*innen von Veranstaltungen spielt eine Rolle. Wie reisen sie an, wie entsorgen sie den Müll und wie gehen sie mit den vorhandenen Ressourcen um? Hier lohnt es sich, Besucher*innen zu sensibilisieren, Anreizsysteme zu etablieren, um beispielsweise mit der Bahn oder dem Rad anzureisen und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen fachgerechte Müllentsorgung leicht gemacht wird.


2022 ging das “Labor Tempelhof” an den Start an den Start, wo Die Ärzte und Die Toten Hosen mit Hilfe des Konzeptes “Cradle to Cradle” einen groß angelegten Test starteten, um das Nachhaltigkeitskonzept für Konzerte zu testen. Idee war es, eine echte Kreislaufwirtschaft zu schaffen - Besucher*innen wurden dazu angehalten, Müll zu trennen, die Konzerte wurden mit Ökostrom veranstaltet, 60% des kulinarischen Angebots waren vegan-vegetarisch (Spiegel.de 2022, Udiscover.de 2022).


Let’s get started


Wie Du siehst, es gibt viele Stellschrauben an denen Veranstalter*innen und Künstler*innen drehen können, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und dabei zu helfen, dass wir noch lange feiern, tanzen, singen und gemeinsam Zeit verbringen können.


Bereits kleine Veränderungen können dabei helfen, die Nachhaltigkeit auf Deinem Event zu steigern und alle Beteiligten für das Thema zu sensibilisieren. Bisher gibt es noch wenige Veranstaltungen, auf denen Nachhaltigkeit groß geschrieben wird - der beste Zeitpunkt also, um als Pionier*in dabei zu sein und die Events der Zukunft mitzugestalten.


Quellen


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